Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?
HIV (Human Immunodeficiency Virus) ist der Virus, und AIDS
(Acquired Immunodeficiency Syndrome)
ist die letzte und schwerste Phase der Krankheit, die durch diesen Virus ausgelöst wird.
Der Verlauf ist wie folgt: Der HI-Virus schwächt das Immunsystem des Menschen.
Mit der Zeit ist das Immunsystem dermassen geschädigt,
dass der Körper die Fähigkeit verliert, Krankheiten, Entzündungen und Infektionen zu bekämpfen.
In diesem Stadium nennt man die Krankheit AIDS.
AIDS ist ein «Sammelbegriff» für verschiedene, oft gleichzeitig auftretende Erkrankungen.
Diese sogenannten opportunistischen Erkrankungen
(zum Beispiel Lungenentzündung, aber auch Krebsarten wie z.B. das Kaposi-Sarkom)
können schlussendlich zum Tode von HIV-infizierten Menschen führen.
Der Körper kann sich nicht mehr gegen die Krankheiten wehren und wird immer weiter geschwächt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass vom Zeitpunkt der HIV-Infektion bis zum Ausbruch von AIDS durchschnittlich 10 bis 15 Jahre vergehen.
Welche Ansteckungsrisiken bestehen für das unmittelbare Umfeld?
Die Ansteckung erfolgt über das Blut oder andere Körperflüssigkeiten
(Sperma, Vaginalsekret, Muttermilch).
Weder führt das gemeinsame Benutzen der sanitären Anlagen oder von
Geschirr zur Ansteckung, noch das Küssen oder Husten.
Beim Geschlechtsverkehr ist das Benutzen von Kondomen unerlässlich.
Kann man HIV heilen?
Nein. Jedoch ist man heute aufgrund effektiver medikamentöser Therapie in der Lage,
den Ausbruch von AIDS, also das Auftreten der opportunistischen Erkrankungen,
zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.
Kann man mir die HIV-Infektion ansehen?
Nein. Um so grösser ist die Verantwortung eines jeden Betroffenen,
andere nicht durch sein (vor allem sexuelles) Verhalten zu gefährden.
Effektive Anzeichen kann man von aussen meistens erst im AIDS-Stadium erkennen
(z.B. typische Flecken des Kaposi-Sarkoms oder allgemeine Abmagerung).
Mit welchen Einschränkungen muss ich rechnen?
In erster Linie soll kein ungeschützter Sexualverkehr mehr stattfinden.
Ausserdem sollten Sexualpraktiken, aber auch Sportarten,
bei denen es zu offenen Wunden kommen kann, vermieden werden.
Wie sag ich es meinem Partner, meiner Familie?
Es gibt kein Patentrezept und keinen einfachen Weg, den Menschen, denen Sie nahe stehen, beizubringen,
dass Sie eine chronische und lebensbedrohende Krankheit haben.
Selber gut informiert sein und Informationen für die anderen vorbereiten kann eine Hilfe sein.
Ausserdem sollten Sie sich selbst darüber im klaren sein,
welche Erwartungen Sie an die Reaktion der anderen haben.
Wo erhalte ich Unterstützung?
Es gibt sehr viel Unterstützungsmöglichkeiten. Medizinische, soziale, psychologische
und rechtliche.
Wo finde ich Spezialisten?
Grundsätzlich kann Ihr Hausarzt Ihnen einen Spezialisten empfehlen, mit dem er auch schon zusammenarbeitet.
Es gibt in ganz Deutschland HIV-Beratungsstellen,
wie die Deutsche AIDS-Hilfe e. V., bei denen entsprechende Sprechstunden angeboten werden.